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Kuba und seine besondere Autokultur

Havanna © Jens Hilberger - Fotolia.com

Havanna © Jens Hilberger - Fotolia.com

Wer in Kuba ins Taxi steigt, muss damit rechnen, dass mehrere Zwischenstops für kleine Reparaturen eingelegt werden, bevor das Ziel endgültig erreicht ist. Denn die Oldtimer, die die Kubaner fahren, werden meist von mehr oder weniger funktionstüchtigen Ersatzteilen zusammen gehalten, sind klapprig und verrostet. Grund dafür ist nicht, dass die Kubaner eine Vorliebe für amerikanische Oldtimer haben – auf den Straßen kreuzen sich Studebakers, Fords und Buicks, sondern vielmehr das Handelsembargo, das Amerika 1962 über die Regierung von Fidel Castro verhängt hat. 1959 waren es noch 192.000 amerikanische Autos, die man auf Kubas Straßen finden konnte, heute hat sich die Zahl auf 48.000 verringert. Normalerweise sind derartige Oldtimer im Rest der Welt eher Sonntags- oder Ausflugsfahrzeuge, die man gerne auf der Straße zeigt; in Kuba müssen sie dem Alltag herhalten.

Da die kubanische Regierung inzwischen den Handel mit Autos wieder freigegeben hat, dürfte auf den Straßen der Insel demnächst vielleicht auch mal ein Mercedes SLK oder ein Citroen C4 zu sehen sein – neben all den Chevys und Chevrolets der Fünfziger. Dafür verantwortlich ist der Präsident Raul Castro, Bruder des berühmt-berüchtigten Fidel. Er hat die neue Regelung eingeführt. Sie wiederum ist Teil eines Reformprogramms, das die Planwirtschaft durch verstärkte Privatinitiativen retten soll. Jetzt dürfen sich die Kubaner alle fünf Jahre ein Auto kaufen – allerdings können sie das nur, wenn sie auch über die nötigen Devisen verfügen, “die sie im Interesse des Staates verdient haben”. Die Mehrheit der Bevölkerung ist leider nicht so privilegiert. Wenigstens können die Bürger ihre PKW nun verkaufen, sofern sie diese vor 1990 erworben haben. 

 

Geschichte: Die Anfänge Kubas

Havanna © Bernd Ege - Fotolia.com

Havanna © Bernd Ege - Fotolia.com

Cuba ist eine karibische Insel, nur knapp 100 Kilometer von Florida entfernt. Christoph Columbus hat sie einst entdeckt, als er einen neuen Seeweg nach Indien finden wollte. Das war natürlich nicht Indien, aber das wusste Christoph Columbus natürlich nicht. Daher taufte er die dort lebenden Ureinwohner “Indios”. Die Hauptstadt Havanna ist weltberühmt. Am berühmtesten wohl wegen des Havanna-Club Rums und Hemingway. Aber auch wegen seiner tollen Zigarren, die jedem Liebhaber des würzigen Rauchwerks das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Dass Kuba so einzigartige Zigarren produziert, hat geschichtliche Hintergründe. Immerhin waren die Kubaner schon immer ein Bollwerk der Tabakproduktion. Kein Kubaner, der was auf sich hält, versäumt es, zu besonderen Gelegenheiten eine “Cubanische” zu paffen.

Doch mit Diego Velázquez begann 1510 die spanische Besatzung Kubas, und damit gleichzeitig auch die Unterdrückung. Damals hatten die Einwohner Kubas den modernen Waffen ihrer Peiniger nicht viel entgegenzusetzen und eine kleine Gruppe von 300 Mann sollte ausreichen, 200.000 Kubaner zu unterjochen. Es folgte die Zeit, in der Kuba der weltgrößte Zuckerproduzent war. Man brauchte mehr Menschen, die sich zum Zwecke der Zuckerplantagenarbeit versklaven lassen und holte sich junge, bärenstarke Menschen aus Afrika. Daher ist noch bis heute die Mischung aus Afrikanern und Lateinamerikanern bezeichnend für Kuba. Auch in Sachen ihrer Religion, die eine Art Pottpourri aus afrikanisch-polytheistischen Götzenkultus und spanischem Erzkatholizismus darstellt.

Heute ist Kuba ein beliebtes Urlaubsziel. Man merkt zwar noch immer den stetig abebbenden Einfluss des Kommunismus. Aber natürlich haben die USA auch hier schon so weit ihren Einfluss geltend gemacht, dass davon kaum noch die Rede ist. Fidel Castro hat wohl nur noch als eine Art Kultfigur eine gewisse Bedeutung, der für ein politisches Theorem steht, das aus heutiger, westlich geprägter Sicht so abwegig und fern scheint, dass man nur darüber schmunzeln kann.

 

Öl für Kuba?

Kuba © Jan Feierabend - Fotolia.com

Kuba © Jan Feierabend - Fotolia.com

Kuba hat einen Traum: Und der ist gar nicht mehr so anders, wie die Träume anderer Länder. Derweil wird eine Borhinsel aus China nach Kuba transportiert. Diese soll im Meer vor Havanna ein riesiges Ölfeld abpumpen – und damit die Engerieprobleme der Insel lösen. Ende Januar soll die Plattform vor Ort sein und im Meer montiert werden. Ob es wirklich Öl gibt, bleibt offen: Doch nicht nur Kuba glaubt fest daran, auch US-amerikanische Fachmänner halten das für wahrscheinlich. Die Kubaner schätzen das Ölvorkommen in ihrem Hoheitsgewässer auf 20 Milliarden Barrel, US-amerikanische Experten sind vorsichtiger und rechnen mit rund ein Viertel dieser Menge.

Bislang versorgt sich Kuba durch viele kleine Pumpen auf der gesamten Insel und massive Importe. Schwefelhaltiges Erdöl wird so gewonnen, woraus dann umständlich Strom gewonnen werden kann. Seit Mitte der 90iger Jahre sind die Fördermengen immer weiter gestiegen – einerseits durch effizientere Technik, andererseits durch das Entdecken neuer, lukrativerer Öl-Vorkommen. Dass ist nicht allein Kubas Staatskonzern für Strom namens Cupet zu verdanken, sondern seiner Kooperation mit verschiedenen internationalen Förderunternehmen und deren Know How. Doch auf den großen Knaller wartet man seit mehr als zwanzig Jahren vergeblich.

Alle Hoffnungen sind nun auf die Bohrinsel gerichtet: Wird sie die Lösung aller Energieprobleme für Kuba bedeuten? Schon am 20. Januar soll sie die erste Bohrung in rund 1.500 Meter durchführen, etwa 50 Kilometer nordwestlich von Havanna. Vier weitere Bohrungen sollen bis 2014 erfolgen. Doch Auftraggeber der Aktion ist nicht Kuba, sondern der spanische Erdöl-Konzern Repsol-YPF. Auch zahlreiche weitere, international agierende Energieunternehmen aus Malaysia, Indien, Venezuela, China und Skandinavien sind an den Aktionen beteiligt und spekulieren auf ihr Stückchen vom Kuchen. Einzig und allein US-Amerika hat Pech gehabt: Hätten sie sich mal ihr Handelsembargo gespart. Vielleicht noch ein guter Grund, den Iran anzugreifen?