Kuba © Jan Feierabend - Fotolia.com
Kuba hat einen Traum: Und der ist gar nicht mehr so anders, wie die Träume anderer Länder. Derweil wird eine Borhinsel aus China nach Kuba transportiert. Diese soll im Meer vor Havanna ein riesiges Ölfeld abpumpen – und damit die Engerieprobleme der Insel lösen. Ende Januar soll die Plattform vor Ort sein und im Meer montiert werden. Ob es wirklich Öl gibt, bleibt offen: Doch nicht nur Kuba glaubt fest daran, auch US-amerikanische Fachmänner halten das für wahrscheinlich. Die Kubaner schätzen das Ölvorkommen in ihrem Hoheitsgewässer auf 20 Milliarden Barrel, US-amerikanische Experten sind vorsichtiger und rechnen mit rund ein Viertel dieser Menge.
Bislang versorgt sich Kuba durch viele kleine Pumpen auf der gesamten Insel und massive Importe. Schwefelhaltiges Erdöl wird so gewonnen, woraus dann umständlich Strom gewonnen werden kann. Seit Mitte der 90iger Jahre sind die Fördermengen immer weiter gestiegen – einerseits durch effizientere Technik, andererseits durch das Entdecken neuer, lukrativerer Öl-Vorkommen. Dass ist nicht allein Kubas Staatskonzern für Strom namens Cupet zu verdanken, sondern seiner Kooperation mit verschiedenen internationalen Förderunternehmen und deren Know How. Doch auf den großen Knaller wartet man seit mehr als zwanzig Jahren vergeblich.
Alle Hoffnungen sind nun auf die Bohrinsel gerichtet: Wird sie die Lösung aller Energieprobleme für Kuba bedeuten? Schon am 20. Januar soll sie die erste Bohrung in rund 1.500 Meter durchführen, etwa 50 Kilometer nordwestlich von Havanna. Vier weitere Bohrungen sollen bis 2014 erfolgen. Doch Auftraggeber der Aktion ist nicht Kuba, sondern der spanische Erdöl-Konzern Repsol-YPF. Auch zahlreiche weitere, international agierende Energieunternehmen aus Malaysia, Indien, Venezuela, China und Skandinavien sind an den Aktionen beteiligt und spekulieren auf ihr Stückchen vom Kuchen. Einzig und allein US-Amerika hat Pech gehabt: Hätten sie sich mal ihr Handelsembargo gespart. Vielleicht noch ein guter Grund, den Iran anzugreifen?















