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Kubas Oldtimerparaden
© dailyfoto - Fotolia.com

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Wenn man an Oldtimer denkt, denkt man nicht gerade an Kuba. Doch in der Tat sind viele einstige Statussymbole des Kapitalismus mittlerweile zu zerfallenen Oldtimern auf Kuba geworden. Die meisten Oldtimer stammen noch aus der Zeit vor der Revolution, die stark US-amerikanisch geprägt war. Typisch sind etwa Ford Victorias, Chevys, Chryslers, Studebakers und Buicks,

Nur dank einer Ausnahmeregelung gibt es überhaupt noch so viele alte Autos im Land: Denn eigentlich verbietet die sozialistische Logik ja, dass Menschen verschieden sind und dementsprechend auch, dass der eine einen teuren Ford und der andere einen kleinen Eigenbau fährt. Doch Autos, die vor 1959 im Land waren, werden nach wie vor geduldet. Hingegen sind Verkäufe an Ausländer untersagt. So kommt es, dass Kuba mittlerweile das größte Reservat für alte, amerikanische Autos ist. Wie das protzige US-amerikanische Kapitalismus-Symbol hier plötzlich zum kubanischen Kulturgeist beitragen soll, das soll einer erst einmal verstehen.

1959 jedenfalls wurden knapp 200.000 amerikanische Autos auf der Insel in der Karibik gezählt. Nach Schätzungen soll etwa noch ein Viertel davon übrig sein. Manch ein Museum würde sich sicherlich über die ein oder andere Rarität freuen, die in Havanna und Umgebung vor sich hin rostet. Und so mancher Oldtimer-Freund wird auf Kuba definitiv eine Krise kriegen: Denn nicht zuletzt wegen dem Handelsembargo sind Ersatzteile Mangelware. Oldtimer sind also kein Sonntagsfahrzeug, sondern oftmals nach wie vor so stark im Gebrauch wie bei uns Kombis oder Stadtflitzer. Was Reparaturen angeht, zeigen sich die kubanischen Werkstätten äußert erfinderisch: Hauptsache das Auto fährt wieder am Ende.

Wer auf Kuba selbst in den Oldtimer-Genuss kommen will, sollte sich ein entsprechendes Taxi mit einem Chauffeur mieten. Oldtimer dürfen nämlich nicht an Touristen vermietet werden. Das ist zur Abwechslung mal ein Gesetz, das wirklich Sinn macht: Denn beim durchschnittlichen Zustand der Oldtimer auf Kuba würde eine Fahrt so wahrscheinlich maximal fünf Minuten betragen. Denn Oldtimer auf Kuba sind eben etwas ganz Besonders.

Kuba und seine besondere Autokultur

Havanna © Jens Hilberger - Fotolia.com

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Wer in Kuba ins Taxi steigt, muss damit rechnen, dass mehrere Zwischenstops für kleine Reparaturen eingelegt werden, bevor das Ziel endgültig erreicht ist. Denn die Oldtimer, die die Kubaner fahren, werden meist von mehr oder weniger funktionstüchtigen Ersatzteilen zusammen gehalten, sind klapprig und verrostet. Grund dafür ist nicht, dass die Kubaner eine Vorliebe für amerikanische Oldtimer haben – auf den Straßen kreuzen sich Studebakers, Fords und Buicks, sondern vielmehr das Handelsembargo, das Amerika 1962 über die Regierung von Fidel Castro verhängt hat. 1959 waren es noch 192.000 amerikanische Autos, die man auf Kubas Straßen finden konnte, heute hat sich die Zahl auf 48.000 verringert. Normalerweise sind derartige Oldtimer im Rest der Welt eher Sonntags- oder Ausflugsfahrzeuge, die man gerne auf der Straße zeigt; in Kuba müssen sie dem Alltag herhalten.

Da die kubanische Regierung inzwischen den Handel mit Autos wieder freigegeben hat, dürfte auf den Straßen der Insel demnächst vielleicht auch mal ein Mercedes SLK oder ein Citroen C4 zu sehen sein – neben all den Chevys und Chevrolets der Fünfziger. Dafür verantwortlich ist der Präsident Raul Castro, Bruder des berühmt-berüchtigten Fidel. Er hat die neue Regelung eingeführt. Sie wiederum ist Teil eines Reformprogramms, das die Planwirtschaft durch verstärkte Privatinitiativen retten soll. Jetzt dürfen sich die Kubaner alle fünf Jahre ein Auto kaufen – allerdings können sie das nur, wenn sie auch über die nötigen Devisen verfügen, “die sie im Interesse des Staates verdient haben”. Die Mehrheit der Bevölkerung ist leider nicht so privilegiert. Wenigstens können die Bürger ihre PKW nun verkaufen, sofern sie diese vor 1990 erworben haben. 

 

Das Hotel Nacional de Cuba und seine Geschichte

Havanna © Jens Hilberger - Fotolia.com

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Das Hotel Nacional de Cuba ist ein historisches Luxus-Hotel an der Ufermauer Malecón in Havana. Von dem berühmten New Yorker Architektenbüro McKim, Mead and White in einem vielschichtigen Stil-Mix entworfen, wurde es 1930 eröffnet, als das Land vor dem Embargo der Vereinigten Staaten gegen Kuba noch ein beliebtes Reiseziel von Urlaubern aus den USA war. Das Hotel umfasst 457 Zimmer, 16 Suiten und acht Stockwerke. Zahlreiche Berühmtheiten haben schon im Hotel Nacional de Cuba residiert, unter anderem Frank Sinatra, Ava Gardner, Buster Keaton, John Wayne, Marlene Dietrich, Marlon Brando und Ernest Hemingway. 

1933 wurde es – nach Batistas Coup gegen die Übergangsregierung – zum Schauplatz einer Belagerung, die die kubanischen Armee-Offiziere, die beim Umsturz von Machado eine entscheidende Rolle gespielt haben, gegen die Unteroffiziere aufgespielt hat, die Batista unterstützten.

Im Dezember von 1946 fand im Hotel ein berüchtigter Mafia-Gipfel statt, dem im Film “Der Pate 2″ ein historisches Denkmal gesetzt wurde. Bei der sogenannten Havana Konferenz trafen die Cosa Nostra, die ursprünglich sizilianische Mafia, und die Mafia der Vereinigten Staaten aufeinander, um wichtige Strategien, Regeln und geschäftliche Interessen zu diskutieren. Die Entscheidungen, die hier getroffen wurden, haben noch Jahrzehnte nach der Konferenz Einfluss auf die kriminellen Familien in den USA gehabt.

Trotz seiner turbulenten Geschichte ist das Hotel immer noch beliebt. Die Mafia-Legenden hallen jedoch immer noch nach. Doch wer das echte italienische Lebensgefühl kennenlernen möchte, fernab alter Mafia-Legenden und dem verblichenen Glanz Havannas, der muss zurück nach Italien, am besten in die Hauptstadt Rom und sollte ein Hotelzimmer in der ewigen Stadt buchen.